Jenny-Antonia Schulz, 21
Was ist mein ganz persönliches Verständnis von Jugendbeteiligung, warum ist Jugendbeteiligung für mich wichtig?
Ich habe mal an einem Projekt teilgenommen, da muss ich etwa zehn gewesen sein. Es ging darum, dem Alexanderplatz ein neues Gesicht zu geben. Wir Kinder haben uns da auch total verausgabt und uns richtig coole Sachen ausgedacht. Die Ergebnisse sollten bei einer Podiumsdiskussion vorgestellt werden. Wir waren furchtbar aufgeregt. Aber dann sind sämtliche geladenen Gäste, Stadtplaner und Politiker über das hergefallen, was wir in diesem Projekt geschaffen haben. "Machen wir uns doch nichts vor,", sagte einer, "diese Pläne werden doch sowieso nicht umgesetzt." - Das war scheiße! Das ist mir in Erinnerung geblieben. Und darauf habe ich keinen Bock mehr. Jugendbeteiligung heißt für mich Ideen haben und sie umzusetzen und keine Angst vor Erwachsenen und ihrem eingeschränkten Blickfeld zu haben. Kinder und Jugendliche haben auch Ideen, die oft besser sind, als solche die aus den Amtsstuben kommen. Demokratie, Bürgergesellschaft und aktive Mitgestaltung ist Aufgabe aller, und fängt nicht erst dann an, wenn die Haare langsam grau werden.
Durch welchen Anlass bin ich zur Servicestelle Jugendbeteiligung gekommen?
Für die Organisation des Geburtstagskongresses "Jugend Macht" Ende 2006 hat die SJB noch Unterstützer gebraucht. Ein Mitglied des Teams, zufällig eine gute Freundin von mir, dachte an mich, ich hatte Zeit und Lust und schwupp-die-wupp war ich Praktikantin in der Schöneberger Str. 17a. Tja, und dann bin ich eben geblieben.
Was waren die fünf wichtigsten Etappen in meinem Leben?
- Kindheit in Berlin-Mitte: Ich finde es nicht schlimm ein Kind in der Stadt aufwachsen zu lassen. Bei mir hat das prima geklappt - keine Angst vor Autos, ne coole Grundschule gleich um die Ecke, zum Baden ging’s in den Monbijoupark. Und die Freunde von damals habe ich immer noch.
- Umzug nach Falkensee: Mit 12 Jahren von der großen Stadt ins beschauliche Falkensee am Rande Berlins. War erst ziemlich scheiße, aber auch Kleinstadtfeeling kann schön sein, z.B. Grillpartys im eigenen Garten.
- Oberstufe: War toll. Nette Leute, coole Partys, viele Möglichkeiten sich auszuprobieren und mitzumischen (Schülerzeitung, SV, Projekttage organisieren, nach Finnland zur Partnerschule fahren) - und ja, ich bin schon gerne zur Schule gegangen.
- Abitur: Was für ein Stress! Aber wider erwartend gut überstanden. Was soll jetzt noch kommen, was schlimmer ist als Abi?
- Frankreich: Ich war nach dem Abi drei Monate in Frankreich als AuPair. War ne schöne, aber auch harte Zeit. Die Erfahrungen möchte ich aber nicht missen, schon gar nicht die, dass Käse als Nachtisch immer geht!
Was mache ich, wenn ich nicht in der Servicestelle arbeite?
Wenn ich nicht im Büro sitze, bin wahrscheinlich ich in der Uni. Seit dem Sommersemester 07 studiere ich am OSI Politikwissenschaften. Sonst bin ich gerne in Berlin unterwegs, sitze gerne in kleinen Cafés oder Bars, quatsche mit Freunden oder gehe bummeln. An Kino, Theater und Oper führt kein Weg vorbei. An guten Büchern auch keiner. Wenn Zeit im Überfluss ist, setze ich mich auch gerne mal vor eine Leinwand und male. Was noch? Ich spiele gerne Badminton, wenn auch nicht besonders gut, höre Kabarett aus der Konserve und mag Pasta kochen, gern auch mit anderen Menschen zusammen.

