Youth Event 2007 - Deutsche Präsidentschaft lud ein zu einem noch zu strukturierenden Dialog
170 junge Leute aus ganz Europa diskutierten in Köln über Möglichkeiten der Beteiligung. Ein Aktionsplan mahnt Ernsthaftigkeit und Verbindlichkeit von Teilhabemöglichkeiten an. Mit dem Jugendevent zum Thema "Gleiche Chancen und gesellschaftliche Beteiligung für alle Kinder und Jugendliche" vom 13. bis 16. April in Köln löste die Bundesregierung ein schon 2005 gegebenes Versprechen ein, im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft die Belange junger Menschen zu ihrer Angelegenheit zu machen. Eingeladen hatte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der Internationale Jugendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) e.V. und die Deutsche Agentur JUGEND für Europa hatten ihn organisiert. In mehreren nationalen und regionalen Vorkonferenzen hatten die Jugendlichen die Themen des Events vorbereitet. Der Event sollte zum "strukturierten Dialog" beitragen, den die Jugendministerinnen und -minister der EU mit einer Entschließung vom 13. November 2006 im Rahmen der Methode der offenen Koordinierung für die jugendpolitische Zusammenarbeit beschlossen hatten (siehe News vom 20.11.2006).
Diesen Dialog mahnten die 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 34 Ländern im Alter zwischen 16 und 30 Jahren nachdrücklich an. Dazu bedürfe es nicht vereinzelter Treffen sondern eines kontinuierlichen Austauschs sowohl untereinander wie auch mit den zuständigen politischen Ebenen. Eine Einbeziehung in die Planung und Durchführung des Dialogs wurde dabei ebenso gefordert wie ein verbindliches Follow-up und eine Evaluation der Umsetzung der geforderten und vereinbarten Maßnahmen.
Damit war man mittendrin im Thema "Beteiligung". Deren Relevanz wurde für alle Ebenen artikuliert, die junge Menschen und ihre Zukunftschancen betrifft. In einem Aktionsplan wurden in sieben Schlüsselbereichen Forderungen aufgestellt sowie Ideen unterbreitet, wie die Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe aller jungen Menschen befördert werden soll. Hervorgehoben wurde die schwierige Situation für immer mehr junger Menschen, die auf Grund sozialer Hindernisse sowie schlechter Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten keinen Zugang zum Arbeitsmarkt und damit schlechtere Bedingungen für eine soziale und gesellschaftliche Teilhabe besäßen. Die Anerkennung nicht-formaler und informeller Bildung, die Wertschätzung der Kompetenzen Jugendlicher sowie ein besseres Zusammenspiel von verschiedenen jugendrelevanten Politikbereichen, der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft waren einige ihrer Forderungen. Grundsätzlich wurde die Anerkennung der jungen Generation als ernst zu nehmende gesellschaftliche "player" gefordert und mehr politische Beteiligung verlangt.
Die deutsche EU-Präsidentschaft, die die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen stärker in politische Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einbeziehen will, hatte wichtige politische Entscheidungsträger zusammengerufen und in den Jugendevent integriert. So diskutierten die Jugendlichen mit den Generaldirektorinnen und Generaldirektoren für Jugendpolitik der 27 europäischen Mitgliedstaaten und mit Vertretrinnen und Vertretern der Kommission.
In seiner Begrüßungsrede würdigte Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die großen Chancen, die in einer besseren Beteiligung junger Menschen liegen: "Die Zukunft unserer Gemeinschaft wird entscheidend davon abhängen, inwieweit es gelingt, die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen, insbesondere benachteiligter Jugendlicher, sicherzustellen. Wir brauchen daher eine neue Qualität in der europäischen Jugendpolitik. Jugendpolitik auf europäischer Ebene muss stärker sichtbar werden und Einfluss nehmen. Sie muss in Zusammenhang mit anderen Politikbereichen eine größere Rolle spielen und sich noch stärker als bisher einmischen, wenn auf europäischer Ebene jugendrelevante Entscheidungen getroffen werden. Wichtig ist dabei, Jugendliche direkt anzusprechen und von Anfang an mit einzubeziehen."
Der Aktionsplan der Jugendlichen enthält auch eine Checkliste, mit der nachgehalten werden soll, welche Vorschläge tatsächlich Eingang in die Politik von EU und den Mitgliedstaaten finden. Die vielen freundlichen und unterstützenden Worte, die die Repräsentanten in ihren Reden fanden, werden daran gemessen.
Der Aktionsplan der Jugendlichen wird von Delegierten des Youth Events in das Informelle Treffen der Europäischen Jugendminister am 25. Mai und in die Europäische Jugendwoche eingebracht, die vom 3. bis 10.Juni 2007 stattfindet.
Alle Ergebnisse sind auf der Webseite des Youth Events erhältlich. [Quelle: Jugend für Europa 17.04.2007 ]
