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Strukturierter Trialog: Finnische Präsidentschaft startet mit Treffen zur aktiven Bürgerschaft Jugendlicher

Anfang Juli trafen sich in Finnland europäische JugendforscherInnen, Jugendliche und politisch Verantwortliche im Rahmen des Jugendevents der neuen Präsidentschaft.

Im Zuge des Beschlusses der europäischen JugendministerInnen vom 25. November 2003 zu den gemeinsamen Zielen Partizipation und Information für Jugendliche trafen sich Anfang Juli 2006 europäische JugendforscherInnen, Jugendliche und politisch Verantwortliche. Das Treffen wurde zum Auftakt der finnischen EU-Präsidentschaft in Hyvinkää organisiert. Dr. René Bendit, zuständig für internationale Beziehungen beim DJI, vertrat das Deutsche Jugendinstitut.

Das Treffen sollte den in letzter Zeit häufig geforderten "strukturierten Dialog" fördern und bildete ein Kooperations-"Dreieck" aus ForscherInnen, Jugendlichen und VertreterInnen der Administration. Schon die Organisatorengruppe war entsprechend gemischt und bestand aus dem finnischen Bildungsministerium, dem finnischen Netzwerk für Jugendforschung, der finnischen Jugend-Kooperation Allianssi und dem Jugendamt der Stadt Helsinki. Auch das traditionelle Jugendevent der Präsidentschaft war eingebettet in dieses "Young Active Citizenships EU Meeting". Es sollte die verschiedenen Formen und Inhalte, alte und neue, der aktiven Bürgerschaft Jugendlicher beleuchten - daher auch der Plural "Bürgerschaften" im Titel der Konferenz. ForscherInnen, VertreterInnen der EU-Administration und Jugendliche aus klassischen Jugendorganisationen wie aus Organisationen "neuer" sozialer Bewegungen oder Netzwerken diskutierten unter anderem, wie zwischen denjenigen, die sich in unterschiedlicher Weise als aktive Bürgerinnen und Bürger oder in anderen Rollen für eine aktive Bürgerschaft im Jugendbereich engagieren, ein strukturierter Dialog organisiert werden kann.

Pierre Mairesse, Direktor für Jugend, Sport und Beziehungen mit den Bürgern in der Generaldirektion Bildung und Kultur, betonte in seiner Grundsatzrede die Relevanz der Jugend für die Weiterentwicklung Europas und der europäischen Politik. Gute Jugendpolitik, so sagte er, könne nicht in geschlossenen Zirkeln entwickelt werden, sondern nur in einem echten Dialog mit verschiedenen Akteuren: jungen Menschen und ihren Organisationen, ForscherInnen, MitarbeiterInnen des Jugendbereiches, PolitikerInnen und Offiziellen, die in Feldern arbeiten, die direkt oder indirekt mit Jugendlichen zu tun haben: "Wohl wissend um die Relevanz des Themas bereitet die Kommission gerade eine Mitteilung zum strukturierten Dialog im Jugendbereich vor, im Sinne einer Partnerschaft mit jungen Leuten und ihren Organisationen, JugendforscherInnen und nationalen, aber auch regionalen und lokalen Behörden." Außerdem wolle man ein informelles Forum mit VertreterInnen von Jugendlichen, der jeweiligen Präsidentschaften, des Europäischen Parlaments und der Kommission einrichten. Die ersten Treffen seien vor den Sitzungen des Europäischen Jugendrats im Herbst und Frühjahr in Brüssel geplant. Außerdem solle das neue Programm JUGEND in AKTION entsprechende Strukturen fördern und für mehr Raum für Diskussionen sowie mehr Anerkennung und Effizienz eines strukturierten Dialogs sorgen.

Ergebnis der Konferenz waren einige Empfehlungen, unter anderem

  • nationale Koordinationsstellen einzurichten, um die Trias von Forschung, Jugendorganisationen und der für Jugend zuständigen Administration zu organisieren,
  • die Kooperation zwischen Schulen und Jugendorganisationen zu verbessern,
  • das Wahlalter auf 16 Jahre herabzusetzen,
  • politische Bildung und Erziehung zur Bürgerschaft sowie EU-Informationen an Schulen zu verbessern,
  • einen Master-Studiengang für Jugendforschung einzurichten.

Die finnische Präsidentschaft schloss sich einigen Forderungen an und schlug vor:

  • Das Verständnis von einer "Aktiven Bürgerschaft" zu verbreitern, und alle relevanten Aspekte im Leben von Jugendlichen wie Beschäftigung, Bildung, Soziales, Gesundheit und Kultur zu berücksichtigen - hier hofft man auf die effektive Umsetzung des "Europäischen Pakts für die Jugend",
  • die Umsetzung der Gemeinsamen Zielsetzungen auf nationaler Ebene zu untersuchen und Unzulänglichkeiten zu identifizieren,
  • den Dialog zwischen Jugendlichen, Entscheidungsträgern und Jugendforschern auf lokaler, nationaler, europäischer und globaler Ebene zu strukturieren,
  • bereichsübergreifende jugendpolitische Strategien und Programme zu entwickeln mit konkreten Zielen und in Kooperation mit der lokalen und regionalen Administration,
  • alle relevanten Akteure im Jugendbereich in den Prozess der europäischen Jugendpolitik einzubeziehen.

Die finnische Präsidentschaft will als einer der ersten Schritte ein Papier für die europäischen Jugendminister vorbereiten, das Vorschläge für eine Weiterentwicklung der europäischen Jugendforschung macht.

Zum Treffen gibt es eine Webseite mit weiteren Informationen.

[ Quelle:Europäisches Jugendforum, Europäische Kommission | 04.08.2006 ]

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