Straffes Arbeitsprogramm: Der Europäische Rat für Bildung, Jugend und Kultur hat getagt
Die 2729. Tagung des Rates der Europäischen Union für Bildung, Jugend und Kultur beschäftigte sich am 18. und 19. Mai 2006 unter anderem mit neuen Förderprogrammen ab 2007.
Eine Reihe von Entscheidungen im Kultur- und Bildungsbereich standen auf der Agenda der zweitägigen Sitzung. So wollte man in Sachen Kultur die politische Einigung - also eine Einigung unter Ausklammerung der finanziellen Aspekte - über die Programme Kultur 2007 und MEDIA 2007 (beide 2007-2013), dem Förderprogramm für den europäischen audiovisuellen Sektor, erreichen. Auch die Einigung über das Programm "Bürger/innen für Europa", das ebenfalls für den Zeitraum 2007-2013 geplant ist und die "aktive europäische Bürgerschaft" fördern soll, stand auf der Tagesordnung. Außerdem will der Rat der so genannten UNESCO-Konvention "Kulturelle Vielfalt" (UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen) zustimmen. Dieses Übereinkommen schafft eine völkerrechtlich verbindliche Grundlage für das Recht aller Staaten auf eine eigenständige Kulturpolitik. Nicht zuletzt soll die allgemeine Ausrichtung des für 2008 geplanten Europäischen Jahrs des interkulturellen Dialogs beraten werden.
Auch im Bereich Bildung werden Entscheidungen für Programme ab 2007 voran getrieben. So soll im Fall des integrierten Aktionsprogramms im Bereich des lebenslangen Lernens schon über die finanziellen Aspekte gesprochen werden. Das Aktionsprogramm "Lebenslanges Lernen" ist als neues Super-Programm für die formale Bildung vorgesehen und umfasst unter anderem die bisherigen Programme SOKRATES und LEONARDO da VINCI.
Daneben ging es dem Rat um verschiedene gemeinsame strategischer Maßnahmen im Bereich Bildung und Ausbildung. So hat der Rat Schlussfolgerungen aus der Mitteilung der Kommission zum "Europäischen Indikator für Sprachenkompetenz" gezogen. Mit dieser Mitteilung wird eine Vorgabe des Europäischen Rates in Barcelona eingelöst, den Mitgliedstaaten Informationen und Vergleichsmöglichkeiten zu bieten, aufgrund derer sie ihre Politik im Bereich Fremdsprachenunterricht und Fremdsprachenlernen anpassen können. Auch eine Empfehlung zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen wurde beschlossen (siehe News), dazu die "Europäische Qualitätscharta für Mobilität", eine Empfehlung zur transnationalen Mobilität innerhalb der Gemeinschaft zu Bildungs- und Ausbildungszwecken. Die Empfehlung besteht aus zehn, überwiegend an die für Mobilität zuständigen Entsende- und Aufnahmeorganisationen gerichteten Leitlinien, mit denen die Qualität von Mobilitätsmaßnahmen im formalen Bildungsbereich gesichert werden soll.
Außerdem gab es eine Orientierungsaussprache dazu, welchen Beitrag die Bildung zu der 2001 in Göteborg angenommenen Strategie der EU für die nachhaltige Entwicklung leisten kann. Damit wird eine Initiative fortgesetzt, die unter österreichischen Ratspräsidentschaft begonnen wurde, Bildung für eine nachhaltige Entwicklung innerhalb der EU-Politik wieder ins Bewusstsein zu rücken und eventuell ein "European Year of Responsible Global Citizenship 2009" als EU-Beitrag zur UN-Dekade der Bildung für Nachhaltige Entwicklung zu initiieren.
Darüber hinaus liegt dem Rat eine Beschlussvorlage zur "Anerkennung des Wertes von nicht formalen und informellen Lernerfahrungen im europäischen Jugendbereich" vor. (siehe News).
[ Quelle:Rat der Europäischen Union | 05.05.2006 ]
